James Watt

Transkript und Quellen:

Die älteren unter den Zuhörern kennen sicherlich noch den Film „Die Feuerzangenbowle“ nach der Textvorlage von Heinrich Spoerl. Dort erklärt der Physiklehrer Bömmel so schön wie kein anderer und betont volkstümlich das Wesen der Dampfmaschine. Die Schulstunde begann mit den Worten: „Wo simmer denn dran? Aha, heute krieje mer de Dampfmaschin. Also, wat is en Dampfmaschin? Da stelle mehr uns janz dumm. Und da sage mer so: En Dampfmaschin, dat is ene jroße schwarze Raum, der hat hinten un vorn e Loch. Dat eine Loch, dat is de Feuerung. Und dat andere Loch, dat krieje mer später.”
Dass diese Erklärung der Dampfmaschine Generationen von Menschen erheiterte, verdanken wir unter anderem einem der bedeutendsten Industrieingenieuren des 18. Jahrhunderts: James Watt, der laut gregorianischem Kalender am 30. Januar 1736 in Greenock in Schottland geboren wurde.
Die Eltern von James Watt waren arm aber gebildet. Der Vater, von Beruf Zimmermann und Konstrukteur von nautischen Geräten unterrichtete James, der oft kränkelte, teilweise selbst. Das begabte Kind soll sehr gerne experimentiert und geforscht haben, sammelte Pflanzen und Steine, las viel und erdachte auch selbst Geschichten. Eigentlich strebte der junge James Watt ein Medizinstudium an. Diesen Traum konnte er jedoch nicht umsetzen, weil es seinen Eltern an den nötigen Mitteln fehlte. Er schlug eine technische Richtung ein.
Erfunden hat James Watt die Dampfmaschine nicht. An einer Technologie, die dazu verwendet werden konnte, Wasser aus einem Bergwerkstollen zu pumpen, arbeiteten bereits vor ihm und unabhängig voneinander der englische Ingenieur Thomas Savery und der in Deutschland lebende Franzose Denis Papin. Um die Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert tüftelten beide an einer praxistauglichen Dampfmaschine. Beide kamen jedoch nie über das Versuchsstadium hinaus. Die Vorarbeiten wurden 1712 von dem englischen Schmiedemeister und Eisenwarenhändler Thomas Newcomen vollendet. Einer der wichtigsten Kunden von Newcomen war eine große Bergwerkgesellschaft, die ein starkes Interesse daran hatte, effizient Wasser aus ihren Bergwerken zu pumpen. Newcomens Verbesserung war praxistauglich, hatte jedoch eine geringen Wirkungsgrad. Die entscheidende Verbesserung erfolgte in einer Mechanikerwerkstatt der Universität Glasgow. Im Jahr 1763 wurde James Watt, der sich an damals zum Broterwerb an der Universität Glasgow als Instrumentenbauer um Musikinstrumente und um Messinstrumente kümmerte von seinem Arbeitgeber gebeten, eine defekte Newcomen Maschine zu reparieren. Er reparierte sie nicht nur, er entwickelte sie weiter. Die Dampfmaschine von Watt war 75% leistungsfähiger als ihre Vorläufer.
Im Jahr 1768 traf der Erfinder Watt mit dem Unternehmer Matthew Boulton zusammen. Ohne Kapital hätten Watts Verbesserung nicht industriell eingeführt werden können. Das Unternehmen Boulton & Watt wird gegründet.
„Erfinder James Watt womöglich ein Betrüger?“ titelte die Frankfurter Allgemeine Zeitung in ihrer Ausgabe vom 6. März 2002. Sie beruft sich dabei auf einen Beitrag in der Zeitschrift ‚New Scientist’, in dem behauptet wird, dass Watt bevor er berühmt wurde, seinen Lebensunterhalt mit gefälschten Etiketten auf selbst produzierten Musikinstrumenten verdiente. Das schmälert jedoch nicht die wissenschaftliche Leistung von Watt, der in der Folge noch weitere Erfindungen patentieren ließ, darunter eine Rotationsmaschine zum Antrieb verschiedener Maschinentypen, einen Dampfanzeiger, mit dem der Druck in der Maschine gemessen werden konnte oder einen Fliehkraftregler, mit dem die Geschwindigkeit einer Maschine geregelt werden konnte.
Mit seiner Cousine und Jugendliebe Margaret Miller, die Watt im Jahr 1760 heiratete, hatte er sechs Kinder. Margarete starb bei der Geburt des sechsten Kindes. Von den Kindern überlebte nur der 1769 geborene Sohn James. 1775 heiratete Watt wieder. Mit seiner zweiten Frau Anne Macgregor hat er noch zwei Kinder. Watt, der stets kränkelte stieg 1800 aus seinem Unternehmen aus und übergab es an seine beiden Söhne James und Gregory. James Watt starb am 25. August 1819 und wurde in der St. Marys Church in Handsworth bei Birmingham beigesetzt.
Noch heute begegnet er uns täglich, denn 1882 wurde die Einheit der Leistung, also die Veränderung der Energie pro Zeiteinheit, nach ihm benannt.
Quellen
http://www.heidecker.eu/Ruehmann/Ruehmann_DFeuerzangenbowleZitate.htm
http://geboren.am/person/James_Watt
http://www.deutsches-museum.de/sammlungen/ausgewaehlte-objekte/meisterwerke-iii/dampfmaschine/
http://www.whoswho.de/templ/te_bio.php?PID=188&RID=1
http://de.wikipedia.org/wiki/James_Watt
http://www.sueddeutsche.de/wissen/frage-der-woche-wer-war-dezibel-1.527069-2
http://www.zeit.de/2003/25/James_Watt_-_Serie