Ingrid Bergmann

Transkript und Quellen:

„Schau mir in die Augen Kleines“ oder wie der deutsche Synchronsprecher sagt: „Ich seh’ Dir in die Augen Kleines“. Wem wir da gemeinsam mit Humphrey Bogart im Film Casablanca in die Augen sehen, ist Ingrid Bergmann. Die berühmte Schauspielerin oder wie das Magazin kultura extra titelt: das Denkmal des Kinos erblickte am 29. August 1915 im schwedischen Stockholm das Licht der Welt. Ihre deutsche Mutter Friedel Adler Bergmann starb, als Ingrid zwei Jahre alt war. Den Vater Justus Samuel Bergmann, Fotograf und Maler verlor sie ebenfalls sehr früh. Er starb neun Jahre später. Die Bergmann wuchs bei Verwandten auf und besuchte eine private Mädchenschule. Es folgte ab 1933 ein Jahr Unterricht an der königlichen Schauspielschule in Stockholm.
Die blonde Schwedin ist 22 Jahre alt, als sie 1935 im Film “Munkbrogreven” ihr Leinwanddebüt feierte. In Deutschland stand sie 1938 im Streifen „Vier Gesellen” vor der Kamera. Der große Erfolg jedoch kommt, nachdem der Produzent David O. Selznick sie 1939 in die USA holte. Selznick ist begeistert über seine Entdeckung und sagt über seinen neuen Schützling: „Als ich sie sah, wusste ich, das ist es. Sie hatte Reinheit und Adel und eine ausgesprochene Starqualität, die sehr selten ist.“. Film folgt auf Film. Weltruhm erlangte die Diva schließlich 1942 mit dem legendären Film “Casablanca” aus dem noch heute so oft und so gerne Bogarts Satz zitiert wird. Die begabte natürliche Schönheit wird von Ernest Hemingway für die Hauptrolle in der Verfilmung seines Buches “Wem die Stunde schlägt” persönlich ausgewählt und dreht mit Größen wie Alfred Hitchcock. Filme in denen die Bergmann spielte waren zum Beispiel: Intermezzo, Das Haus der Lady Alquist, Johanna von Orleans, Mord im Orientexpress oder Stromboli. Die Schauspielerin ist dreifache Oskarpereisträgerin und erhielt weitere begehrte Trophäen wie den Golden Globe, den Emmy Award und mehrfach den Bambi. 1959 bekam sie für ihre erste Fernsehrolle auch gleich einen Fernsehpreis. Die letzte Filmrolle spielte Ingrid Bergman 1978 in Ingmar Bergmans Film “Herbstsonate” und erhielt prompt ein Jahr später den Preis des Verbandes der New Yorker Filmkritiker als beste Schauspielerin des Jahres.
Das Privatleben von Ingrid Bergmann schien ebenso aufregend wie ihre filmische Tätigkeit. Am 10. Juli 1937 heiratete sie den schwedischen Zahnarzt Petter Lindström. Die gemeinsame Tochter Pia kommt ein Jahr später zur Welt. Der Name Pia steht übrigens für die romantische Abkürzung „Petter and Ingrid always“. Leider war diese Beziehung doch nicht von Dauer, denn 1950 verließ Ingrid Mann und Kind um mit dem italienischen Regisseur Roberto Rosselini zu leben. Auch Rosselini trennte sich für seine Beziehung mit Ingrid Bergmann von seiner Frau. Beide heiraten noch im selben Jahr und haben drei gemeinsame Kinder: den Sohn Robertino und die Zwillinge Isabella und Isotta. Die erste Tochter Pia blieb bei ihrem Vater und nannte sich fortan Jenny Ann um nicht mehr an die gescheiterte Beziehung ihrer Eltern erinnert zu werden. Bergmann und Rosselini drehen sieben Filme miteinander. Sie werden jedoch in den USA wegen des verwerflichen moralischen Lebens der beiden von den prüden Amerikanern boykottiert. Auch mit Rosselini war Ingrid Bergmann auf Dauer nicht glücklich. Sie begann zu trinken und rauchte viel. Er ohrfeigte sie öffentlich und ging ins Bordell und verbot ihr mit anderen Produzenten zu drehen. Die Ehe wurde 1958 geschieden. Ingrid kehrte nach Hollywood zurück. Im Jahr 1958 war es auch, als sie ihren dritten Mann, den schwedischen Produzenten Lars Schmidt heiratete.
Ende 1981 übernahm Ingrid Bergman – bereits vom Krebs gezeichnet – die Titelrolle in einem Fernsehfilm über die israelische Politikerin Golda Meir, für die sie postum einen “Emmy” erhielt. Ingrid Bergman starb am 29. August 1982 an ihrem 67. Geburtstag in London.
Ingrid Bergmann war ein Sonntagskind. Sie wurde an einem Sonntag geboren, und sie ist an einem Sonntag, gestorben. Der Reporterin Judy Kelmesrud von der New York Times sagte sie ein paar Jahre vor ihrem Tod: “Ich bin glücklich über all das, was ich erlebt habe. Ich hatte ein sehr reiches Leben. Es war nie langweilig. Damals in Schweden als ich jung war habe ich immer zu Gott gebetet ‘Lieber Gott, lass mich bloß kein langweiliges Leben haben. Offenbar hat er mich gehört.” Und auf ihr aufregendes Leben zurückblickend sagte sie: „Ich bedaure nicht, was ich getan habe. Ich bedaure, was ich nicht getan habe.“

Quellen:
http://geboren.am/person/Ingrid_Bergman
http://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/ingrid-bergman/
http://www.kultura-extra.de/film/feuilleton/bergmann.html
http://www.answers.com/topic/ingrid-bergman